labfolder
Das digitale Laborbuch
 
Gründerstory
Das digitale Laborbuch
Text: Marion Kuka   Fotos: profund

Selbst in hochmodernen Forschungslabors dokumentieren Wissenschaftler ihre Experimente größtenteils noch mit Notizen in Papierkladden. Damit diese Daten effizienter für Forschung und Publikationen genutzt werden können, bringen zwei Molekularbiologen und ein Informatiker eine digitale Alternative auf den Markt.

„Geocampus Lankwitz“ - die Bushaltestelle liegt am südwestlichen Rand von Berlin, fast an der Endstation. Ein Hochhaus aus den siebziger Jahren beherbergt einen Teil der Gründerräume der Freien Universität, ein rumpeliger Fahrstuhl fährt in den sechsten Stock, ein dunkler Gang führt zu den Büros. Das ist kein Gründer-Loft am Rosenthaler Platz. Aber als sich eine Tür öffnet, fällt ein Sonnenstrahl auf den Flur. Drinnen ist es hell, die Aussicht ist nicht schlecht. Florian Hauer macht eine kleine Führung: In den zwei verbundenen Zimmern mit sechs Arbeitsplätzen sieht es aufgeräumt und freundlich aus. Chaos fehlt, aber zwei „Must haves“ für Start-ups sind vorhanden: ein Stapel mit Club Mate-Kisten und ein Basketballkorb über dem Mülleimer: Wegwerfen ist eine wichtige Disziplin für Gründer, auch Florian Hauer hat einige Bestandteile seiner Geschäftsidee schon mal verworfen und neu konzipiert.

labfolder ist ein webbasiertes Laborbuch, mit dem Forscher ihre Experimente leichter planen und dokumentieren können. Komplexe experimentelle Prozesse lassen sich in einzelnen Bausteinen abbilden, die Bausteine lassen sich immer wieder neu zusammenfügen. So werden die Experimente verständlicher und vergleichbarer, können mit geringem Aufwand wiederholt, variiert und übergreifend analysiert werden. Die Plattform beschränkt sich aber nicht auf die strukturierte Dokumentation: Die Anwender können ihre Ergebnisse auch austauschen und publizieren oder bei Bedarf nur selektiv für leseberechtigte Personen und Gruppen öffnen.

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